Anhang

Der Briefwechsel zwischen Revilo Nálg und Johannes Adulescens



Revilo Nálg am 18. 2. 1998 zu Wien:

" [...]  Mit viel Interesse habe ich die Darlegung des Nasozentrischen Weltbildes verfolgt. Nur ein paar Kleinigkeiten hast Du bei der an sich soliden Zusammenfassung der Forschungen übersehen.

1.) Bei Irrwin Gräthäusers Aristoteles-Zitat handelt es sich, wie neueste Forschungen gezeigt haben (u.a. von Univ. Prof. DDr. Mag. Helga Friedlin-Huber: "Die agonalen Lesefehler im kontextuellen Bezugsrahmen: eine Studie", Wagnerverlag, Frankfurt a.M./Heidelberg/St. Pölten, 1995, S. 756ff sowie S. 815ff), um einen Lesefehler aus dem MA. Der Autor der Textstelle ist allem Anschein nach nicht Aristoteles, sondern Aristotales, ein griechischer Küfer, der durch sein Streitgespräch Phatailos (Phatailos) mit Lehrer Alexanaios (312-278) bekannt wurde.

2.) Bezüglich Johann Caspar Lavater:

Der brasilianische Grativitätsforscher Gonzales de la Cruez, auf den auch das konvaleszente Theorem der dissimilaren Homogenität synthoanaloger Flueszenz zurückgeht, welche er 1987 mit brillanter Simplizität in die kompakte Formel br=t-2x(phid/*23) packte, (womit das substantielle Wachstum der banalogen Onthogenese maßgeblich vereinfacht wurde), hat in seiner bekannten Schrift "El dragon nasoni", (dt: Der genaste Drache), Haymon Press, Madrid, 1990, wiederholt darauf hingewiesen, daß Lavanters Ausführungen über den idealen Körperbau nur eine hintergründige Maskierung für eine eminent politische Schrift darstellen. Wie auch Säglund Saargan 1988 feststellte, dürfte es sich hier um eine Attacke gegen den inoffiziellen Geheimgelehrten Johannes Parvulus Hartmann (*Thomasen um 1717, + Leipzig 1805) handeln, der in dem Traktat "Versuch über die wahre Art wider die Nasen bey aller Art und Leben zu protektieren", 1773 eine Verbindung der olfakotischen Physiogramme bei den Fluens statum maior nachzuweisen versuchte und mit aller Gewalt gegen den satanus nasens polemisierte: "Die gewellte Nase sey ein sonderbar Zeichen, das namhaft in seiner Größ und Zahl vorkommet." Der Verweis zur schwarzen Magie folgt auf dem Fuß: "Der dragonis luciferius sey ein besonderes exemplarium dieser Art." Der Stich aus 1783 von Meister Matthias Kleine (1750? bis 1822) stellt eben diesen Drachen mit der gewellten Nase (siehe Abbildung) dar.
Gemeint dürften mit dieser Schrift aber die Gelehrten der Thürauer Schule sein, die die Verbindung des Brantuimus zum esotek-madriginischen Verhalten bei Kindern untersuchten. Hartmann versuchte - allerdings ohne Erfolg - bei seinem Landesherrn, Gregor dem Schlagfertigen, sowie dessen Sohn Widislav dem Fragwürdigen (1) die Exmatrikulierung der Gelehrten zu erreichen. Bekannt ist die Affäre unter dem auch heute noch allgemein gebräuchlichen Ausspruch für eine Beamtenintrige, die ohne Erfolg ausgeht: Exmatrikulieren wie Widislav.
Lavanter, ein Anhänger der Thürauer Schule versuchte wiederum, für die o.g. Forscher zu sprechen, und so entstand das von Dir zitierte Werk.
Man beachte, was Feuer W. Ehrmann-Grisu angemerkt hat: spina nasi ist von hinten gelesen, is ana nisp, die im existentiellen Exorzismus angewandte Spruchformel für Olfamantia, genauer: das Austreiben des satanischen Nasoms"

(1) vermutlich hervorgegangen aus einer inzestiösen? Verbindung (siehe: "Das Haus Thurgau zwischen 1500 und 1800: eine Standeslegung" von Horak Mitgold, Dempen, 1965) mit seiner Schwester Tulpen, Freifrau von Oberrhein." (zurück)

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Johannes Adulescens am 19. 2. 1998 zu Wien:

"Wie sehr ich mich über die kritische Auseinandersetzung mit dem Nasozentrischen Weltbild gefreut habe, kann ich gar nicht sagen.
Dein Hinweis bez. des bei Gräthäuser so bezeichneten Aristoteles-Zitats ist wertvoll (obwohl er wieder meine Unfähigkeit illustriert, den wirklich neuesten Forschungsstand einzubeziehen), die Anmerkung bez. Lavater (und nicht Lavanter, wie de la Cruez und Hartmann - und leider einmal auch Du - schreiben) jedoch geradezu sensationell, auch wenn ich nicht der Ansicht bin, daß Widislav der Sproß der inzestuösen Verbindung Gregors des Schlagfertigen mit Tulpen war, sondern vielmehr (ich stütze mich hier auf das mir zugängliche Schrifttum von Wenzel Hartleipp - insb. die Schriften "Die Thurgauer zwischen Renaissance und Aufklärung.Eine Studie in barocker Prachtentfaltung", Gurtnellen, 1992, und "Die Thurgauer Revolution - Vorbild Marats", ebd., 1979) ein Wechselbalg von geradezu satanischem Äußeren (was Deine bzw. Hartmanns Theorie durchaus bestätigt) gewesen sein muß.
Jedenfalls berichtet uns Hartleipp im Werk von 1992 von einer zeitgenössischen Handschrift im Kloster Gamsberg (MS 6322.346), die das Protokoll eines Hexenprozesses zu sein scheint, der drei hochbetagten Frauen gemacht wurde, die verdächtigt wurden, den
echten Sproß der unheiligen Verbindung Gregors mit Tulpen (die belegt ist), gegen ein an einem Hexensabbat gezeugtes Kind ausgetauscht zu haben. Die Frauen wurden verbrannt. Die späte Auffindung des Schriftstückes ist Hartleipps Verdienst, auch wenn ihm u.a. von Horak Mitgold beim 23. Kongreß der Sonnenblumenölhersteller zu Heidelberg 1993 vorgeworfen wurde, die Handschrift gefälscht zu haben, u.a. um seinem alten Konkurrenten Mitgold eins auszuwischen. Soweit ich weiß, ist diese
Diskussion noch im Gange. Ein endgültiger Befund läßt sich sohin nichtstellen.
Außerdem hätte ich gern den genauen bibliographischen Hinweis auf das Werk von Ehrmann-Grisu; ich fände gern heraus, auf welchen Prinzipien seine Lesart der Spina Nasi als is ana nisp beruht (vielleicht explazetisch?), weil nach herkömmlicher Lesung Spina nasi bestenfalls is ana nips ergäbe. Vielleicht liegt auch nur ein Lesefehler Deinerseits vor; jedenfalls müßte man der Frage nachgehen.
Dies sind jedoch nur kleine Einwände."
 

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